Winterzauber an der Seine – auf Städtereise mit der A-Rosa Viva

, , , , , ,

Die Stadt der Liebe zur Zeit der Lichter. Gerade in der Vorweihnachtszeit lässt sich Winterzauber an der Seine ganz besonders stimmungsvoll erleben. Mittelalterliche Städtchen und die französische Hauptstadt verzaubern ihre Besucher mit einem echten Wintermärchen. Verwinkelte Gassen, französische Genüsse und ein Glitzermeer aus Licht.

Der Pariser Eiffelturm bei Sonnenaufgang

Winterzauber an der Seine – auf Städtereise von Paris über Rouen – Vernon – Paris

Der Himmel ist voller Sterne. Und wenn der echte Himmel das wegen der Bewölkung nicht hergibt, dann blitzt und blinkt es trotzdem über unseren Köpfen – das sind die Tausenden Lichter, die ein künstliches Sternenzelt über dem Weihnachtsmarkt von Rouen aufspannen. Viel beschaulicher und viel luftiger, als wir das aus dem deutschen Advent kennen, wo zu den Christkindlmärkten immer auch dichtes Gedränge gehört… Nicht so hier in der Normandie in Frankreich. Hier, wo ich auf einer besonderen Städtereise unterwegs bin. Hier, wo die Entschleunigung Programm ist – schließlich bin ich mit einem Schiff unterwegs von Stadt zu Stadt: mit der A-Rosa Viva.

Meine fünftägige Flusskreuzfahrt auf der Seine führt mich von Paris in Richtung Nordwesten bis Rouen. Das sind gut 100 Kilometer Luftlinie, aber auf dem mäandernden Fluss naturgemäß ein gutes Stück mehr. Auf dem Weg zwischendrin liegt noch das kleinere Städtchen Vernon, wo es ebenfalls einen Tages-Stopp gibt. Und alles steht im Zeichen des vorweihnachtlichen Zaubers. Nicht kommerziell, nicht übertrieben – aber spürbar mit der Idee, dass jetzt die Zeit ist, in der es draußen kalt und drinnen warm wird, auch im übertragenen Sinne…

 

Entspannung und Genuss im Schatten der Kathedrale

A-Rosa befährt mit seinen Schiffen alle möglichen Flüsse in Europa, darunter auch den Rhein und die Donau. Und die Touren stehen unter verschiedenen Leitmotiven, sei es etwa die Kulinarik oder die Musik. All das ist bei mir aber weit in den Hinterkopf verdrängt, als ich in Rouen vor der Kathedrale mit ihren seltsamen Türmen stehe und über den Weihnachtsmarkt schlendere. Die Buden sind strahlend weiß, am Kinderkarussell spielt französische Musik, und es ist einfach nur entspannt.

An Karls Glühweinstand dampft der Vin chaud in hochglanzpolierten Messingkesseln. Wer hier probieren möchte, dem sei gesagt: Der klassische Glühwein ist wunderbar, der Wikingertrunk eher was für Mutige. Da ist nämlich ein Schuss Calvados drin, für den die Bezeichnung „Schuss“ maßlos untertrieben ist. Oh là là… Vielleicht nicht verkehrt, vorher eine ordentliche Grundlage geschaffen zu haben. Zum Beispiel an einem der Stände, die klassisch-französisches Spritzgebäck anbieten.

Oder in einer der vielen Brasserien am Rand des Marktplatzes. Hier an einem der kleinen Tischchen sitzen, ein Croque-Monsieur essen.

Ruhig… Genussvoll… Wunderbar… Man merkt den Gerichten die Hingabe der Küche an.

Kleine Läden, große Faszination

Das gleiche Prinzip gilt auch für die Buden auf dem Weihnachtsmarkt. Entspannt, aber mit Fokus auf den Produkten. Es freut mich, dass ich hier keinen Ramsch sehe, sondern einfach schöne Sachen. Tücher mit den passenden Spangen. Wunderschöne Faltsterne aus Papier. Duftenden Käse aus der Region. Schmuck, ebenso einfach wie geschmackvoll. Hier könnte ich länger schlendern… Aber auf der anderen Seite: Ich möchte noch mehr von Rouen sehen.

Zum Beispiel das Innere der Kathedrale, die den Blick automatisch nach oben zieht. Den Marktplatz mit seinem Riesenrad und der seltsam-modernen Kirche, die beide so gar nicht in das historische Ensemble mit den vielen Fachwerkhäusern passen mögen. Ich möchte durch die vielen kleinen Läden bummeln. Auch das ist anders, als ich es aus Deutschland gewohnt bin. Die Geschäfte hier in Rouen sind in der Regel kleiner und haben weniger Auswahl – trotzdem ist in diesem begrenzten Sortiment meistens mehr dabei, das mir gefällt. Auf diese Weise passt Rouen tatsächlich auch bei jedem Wetter. Sollte es regnen, was im November/Dezember durchaus ungemütlich werden kann, sind die Geschäfte – genau wie die süßen Cafés – eine wunderbare Möglichkeit für einen gemütlichen Nachmittag. Und wenn Petrus gnädig ist, geht’s zum Bummeln ins Freie.

Bis die Sonne untergeht, bis die Lichter über dem Weihnachtsmarkt ihre volle Strahlkraft entfalten. Bis es dann Zeit wird, zurück an Bord des Schiffs zu gehen, das an einem Kai direkt in der Innenstadt liegt…

 

Die A-ROSA – (m)ein schwimmendes Hotel

Die A-Rosa Viva hat circa 100 Kabinen. Für die Kreuzfahrt-Gäste ist das Schiff auf dieser Seine-Reise fünf Tage und vier Nächte lang das Zuhause. Die Kabinen sind größer, als ich es erwartet hätte – ich hätte mich beim Gepäck nicht auf den kleinen Trolley beschränken müssen, auch mit dem großen Koffer hätte ich kein Problem gehabt.

Aus meinem Panoramafenster habe ich Blick auf den Fluss und die – meist etwas spärliche – Landschaft. Die Ausstattung der Kabine ist vergleichbar mit Hotels, auch im Bad mit Dusche fühle ich mich nicht beengt. Das Schiff – obwohl kein Kreuzfahrt-Riese wie die Hochsee-Geschwister – entspricht einem Hotel an Land.

Mit Restaurant, mit Lounge, mit Rezeption, mit Bar, mit Musik am Abend, mit einem Spa-Bereich und Whirlpool. Das alles ist verteilt auf drei Decks, und obendrauf kommt dann noch eine Sonnendeck – was im Winter Nordfrankreichs logischerweise nicht besonders belebt ist. Ich sehe aber: Hier könnte man es sich im Sommer nicht bloß auf einer der Liegen gemütlich machen, sondern auch Minigolf oder Riesenschach spielen. Ich gehe aber lieber wieder unter Deck. In Richtung Heizung, in Richtung Kabine, in Richtung Bett.

Die historische Mühle von Vernon

Die berühmte Mühle an der Seine

Über Nacht ist die Viva unterwegs, zügig, aber unaufgeregt. Ich schlafe ein im Wissen, dass ich den Sonnenaufgang des neuen Tags in Vernon erleben werde, nach einigen Schleusendurchfahrten und nach Begegnungen mit allen möglichen Booten und Lastkähnen, die hier auf der Seine unterwegs sind. Das mit dem Sonnenaufgang klappt zwar nur so halb, weil wieder dichte Wolken den Winterhimmel verhängen. Schön ist es trotzdem hier. Die Stadt hat gut 20.000 Einwohner.

Beim Spaziergang entlang der Fachwerkhäuser und am alten Turm vorbei fragt man sich, ob nicht eigentlich die Bezeichnung „Städtchen“ angemessener wäre. Am Ende ist es egal – es ist einfach nett, hier auf die Suche nach Fotomotiven zu gehen. Die bieten sich zum Beispiel im Zentrum, wo ich jede Menge Christbäume sehe, alle rot und weiß geschmückt. Hart an der Grenze zum Kitsch. Aber auf der anderen Seite: Welche Zeit darf kitschig sein, wenn nicht der Advent? Und davon abgesehen: Es gibt hier noch ein ganz anderes Bild zu sehen – und das ist historisch. Die alte Mühle an der Seine ist eines der meistfotografierten Motive der Normandie. Und wer sie sieht, weiß auch sofort, warum. Das alte Gebäude spannt sich zwischen zwei Pfeilern am Ufer, das Dach hängt durch wie ein alter, gebeugter Rücken. Ein Haus, ein Zeitdokument. Und man fragt sich, wie viele Generationen von Müllern hier schon geschuftet und dem Fluss gelauscht haben. Ich hänge den Gedanken nach, ich schaue, ich fotografiere – bis mich der Regen der Normandie zurückholt ins Hier und Jetzt.

Schnell zurück an Deck, auf einen Früchtetee in der Lounge. Auch von hier aus kann ich die Mühle sehen, allerdings aus der Wärme.

Und am Fenster der Viva baumeln adventliche Glitzersterne… Hier sitze ich mit einer Reihe anderer Gäste, die die gemütliche Lounge grad der Winterkälte vorziehen. Ich nehme an, die meisten hier haben All-inclusive gebucht – damit sind alle Mahlzeiten (außer Menüs) und viele Getränke inbegriffen. Ebenfalls inklusive ist später eine besondere Abend-Aktion: ein kleines Weihnachtsdorf auf dem Achterdeck. Das heißt: An kleinen Standln gibt es Glühwein – hier mit Whisky statt Calvados, auch spannend -, frisch gebackene Waffeln mit Kirschen und Sahne, außerdem Plätzchen und Lebkuchen. Das alles unter Heizstrahlern, so dass der Winterabend auch im Freien recht kuschlig ist.

Weiterführende Informationen zu Vernon

Über Vernon kann man sich informieren zum Beispiel bei www.cape-tourisme.fr
oder unter 0033(0)232 51 39 60.

Der Pariser Eiffelturm bei Sonnenaufgang

Sonnenaufgang am Eiffelturm

Ein bisschen frischer wird da schon der Landausflug am nächsten Tag. Über Nacht ist das Schiff wieder gefahren – bis nach Paris. Die legendäre Stadt, der Louvre, die Champs-Elysées, Notre Dame, Montmartre, der Triumphbogen: Das alles lockt mich, das alles will ich sehen. Und: Das darf ich auch, und zwar an einem großartigen Wintertag. Die Sonne sehe ich direkt hinter dem Eiffelturm aufgehen, vom Trocadero aus. Und wieder säumen Christbäume den Straßenrand… Es stimmt schon: Kalt ist er, der Pariser Winter – aber auch wunderbar. Ich mag die klare Luft, ich mag das Licht irgendwo zwischen deutlich und mild. Und ich finde es begeisternd, dass ich so viel zu Fuß erreichen kann. Denn: Obwohl die Stadt riesig ist, liegen viele der spannendsten Orte nah beieinander. Und was nicht zu Fuß klappt, klappt mit der Metro – das U-Bahn-System ist nicht kompliziert, allerdings sind die Züge für meinen Geschmack überfüllt. Wer Paris wegen der Weihnachtsmärkte besucht, der wird enttäuscht sein: Ich selbst habe nur einen einzigen gefunden, und der bestand nur aus ein paar Buden unterhalb der Kirche Sacré Coeur.

Das macht aber nix – denn die Vorweihnachtszeit wohnt ja nicht in Bretterbuden, sondern im Erleben der Menschen. Und in dieser Hinsicht staune ich: Paris, die große europäische Metropole, ist nicht so hektisch, wie ich es erwartet hätte. Ich kann über Boulevards und durch Gassen schlendern, ohne von Menschenmassen erdrückt zu werden. Und das wohl gemerkt an jenem Tag, an dem der große Trauerzug für den verstorbenen Musiker Johnny Hallyday stattfindet – mit geschätzt einer Million Teilnehmern und über 800 Bikern.

Man spürt es: Diese Stadt ist ebenso lebendig wie entspannt. Deshalb geht meiner Meinung nach beides: Auf eigene Faust auf Erkundungstour gehen oder sich einem der organisierten Ausflüge anschließen, die A-Rosa anbietet. Die normale Stadtrundfahrt, eine Montmartre-Tour oder eine Lichterfahrt am Abend: alles interessant – allerdings auch alles separat zu bezahlen.

Weiterführende Informationen zu Paris

Und Paris? Da gibt’s Infos eh in rauen Mengen –
aber die offiziellen Quellen sind francetourisme.fr
oder die 0033(0)153 10 35 35.

Städtereise und Kreuzfahrt zugleich

Was ich mir so denke, während ich in Paris unterwegs bin: Der Charakter dieser Tage entspricht nicht nur einer Kreuzfahrt, sondern auch einer Städtereise. Und das Schiff als Transportmittel macht die Sache wirklich entspannt. Denn eines wird mir klar, diese Region Frankreichs, die Städtchen Rouen und auch Vernon hätte ich auf eine andere Reiseart nicht gesehen. Zu abseits, zu klein um einfach nur einen Ausflug dorthin zu unternehmen. Per Flusskreuzfahrt aber ist es sinnvoll und ganz gemütlich. So, wie es dem Advent entspricht…

Bei diesen Gedanken senkt sich langsam die Dunkelheit über die Stadt, die Lichter beginnen zu leuchten. Ich denke, ich sollte langsam wieder zurück in Richtung der A-Rosa Viva. Für eine letzte Nacht an Bord. Und der vorweihnachtliche Zauber wird in meinen Träumen weiterfunkeln…

Reise-Infos zu A-ROSA Flusskreuzfahrten:

A-Rosa bietet die Kreuzfahrten – auch jene auf der Seine – in verschiedenen Längen an, beispielsweise in einer Version mit fünf Tagen und vier Nächten.
Mit dem All-inclusive-Paket liegt die Kreuzfahrt aktuell bei Preisen von rund 450 Euro pro Person.

Nicht inbegriffen ist dabei die Anreise, die man entweder über A-Rosa buchen oder selber organisieren kann.
Nach Paris empfehlen sich Flug oder der Schnellzug TGV – ich habe mich für letzteren entschieden und war bis auf eine halbstündige Verspätung auf der Rückfahrt zufrieden.

Mehr Infos im Netz bei www.a-rosa.de oder telefonisch unter 0049(0)381-202 60 01.

 

Offenlegung: Ich bedanke mich ganz herzlich für die Einladung seitens der A-ROSA Flusskreuzfahrt zu dieser Recherchereise. Meine Meinung hat dies in keinster Weise beeinflusst.

Winterzauber an der Seine. Genussreisetipps einer Kreuzfahrt von Paris über Rouen nach Vernon

Bitte bewerte diesen Artikel:
    [Gesamt: 6 | Durchschnitt: 5]
17 Kommentare
  1. Nicky says:

    Paris geht wirklich immer, egal bei welchem wetter und zu welcher Jahreszeit, aber dir schönen Lichter im Moment sind wirklich wundervoll – genau wie deine wunderschönen Bilder!!!

    Liebste Grüße, Nicky

    Antworten
  2. Nadine says:

    Das klingt total schön und dazu noch die Fotos. Das ladet ja quasi dazu ein,auch so eine Reise zu machen. Wirklich sehr schön. Besonders der Eiffelturm bei Sonnenaufgang.
    Liebe grüße Nadine

    Antworten
  3. Anne says:

    Da kommt echt Sehnsucht auf, eine solche Flusskreuzfahrt selbst einmal zu erleben. Als begeisterter Frankreichfan habe ich einensolche Genussfahrt schon mal auf meine Jahresplanung geschrieben

    Antworten
  4. Tina says:

    Direkt zum nachreisen geeignet. Winterzauber in Paris klingt verlockend. Ob eine Kreuzfahrt allerdings mein Ding ist? Ich bin unschlüssig.

    Antworten
  5. Gudrun says:

    Ein absoluter Traum! Ich mag Flusskreuzfahrten. Das hat etwas gemütliches, man muss nicht ständig ein- und auspacken und sieht trotzdem soviel. Rouen klingt zauberhaft…

    Antworten
    • Katja Wegener says:

      Slow Travel ist eine Schiffs Kreuzfahrt ganz sicher.
      Die Anlegestellen sind nicht immer ganz zentrumsnah, aber doch jederzeit problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ausflüge muss man nicht, kann sie aber buchen. Ich habe es halb/halb gemacht. Rouen und Vernon war ich komplett alleine, Paris 4 Stunden in einer Bustour und anschließend auch auf eigene Faust unterwegs.
      Somit ist es jedem freigestellt, was er machen mag.

      Antworten
  6. Barbara says:

    Kreuzfahrten sind Entschleunigung pur und einfach entspannend. Schön, dass das Durchschnittsalter auf Flüssen auch langsam sinkt und es auch im Winter immer mehr schöne Ziele gibt. Dein Bericht macht richtig Lust auf diese Tour!

    Antworten
  7. Susanne says:

    Nach meiner AIDA Erfahrung bin ich ganz heiß darauf meinen Mann zu einer Kreuzfahrt zu bewegen. Vielleich wäre eine Flusskreuzfahrt für den Anfang das Richtige. Und dann eine Tour durch Frankreich… könnte passen.
    Mir hat dein Artikel die Reise auf jeden Fall schmackhaft gemacht.

    Lieben Gruß, Susanne

    Antworten
  8. Kathi says:

    Liebe Katja,
    deine Begeisterung über Paris und deine Reise habe ich per Social Media verfolgt. Umso gespannter war ich auf diesen Beitrag. Ich muss nämlich sagen: ich mag Paris überhaupt nicht.
    Allerdings wusste ich nicht, dass A-Rosa auch Schifffahrten anbietet. Vielleicht wäre es etwas für mich, die Seine einmal entlangzufahren und ein anderes Bild der Region zu bekommen. Jedenfalls klingt das alles sehr entspannt. 🙂
    Dein Beitrag liest sich jedenfalls so, als hättest du wirklich einen Winterzauber genossen. 🙂

    An diesem einen Weihnachtsmarkt war ich übrigens bei meiner letzten Parisreise auch. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    Antworten
    • Katja Wegener says:

      Liebe Kathi,
      das ist ja lustig, ich war bei Paris extrem skeptisch und mich hat die Stadt wirklich sehr positiv überrascht.
      Wie übrigens ganz Frankreich. Und ja, du hast absolut recht, ich habe den Winterzauber genossen.
      Liebe Grüße, Katja

      Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.