Südtirol im Schnee – Ideen abseits der Piste

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Geht es Euch ähnlich wie mir? Ihr liebt die ganz besondere Atmosphäre, die eine verschneite Landschaft mit sich bringt, aber habt mit rasanten Skiabfahrten wenig am Hut?

Südtirol

Dass man auch als Nicht-Ski-Fahrer ganz wunderbar Urlaub in einem Skigebiet machen kann, wollte der Tourismusverband vom Kronplatz beweisen.

So fand ich eines Tages die Einladung in meinem Postfach mit dem Betreff: „Alles außer Skifahren“. Ich fühlte mich sofort angesprochen und setzte ich mich am 16. März in den Zug der Österreichischen Bundesbahn mit dem Ziel Rasen/ Antholz in Südtirol. Pünktlich erreiche ich den kleinen Bahnhof, an dem mich auch schon der Fahrer des Hotels Alpenhof in Empfang nimmt und mich zu meinem Domizil für die kommenden Tage fährt.

Was ich hier die paar Tage erleben durfte, habe ich Euch mal zu meinen persönlichen 7 Highlights zusammengefasst:

Schneeschuhwandern

Auf gehts vom Antholzersee zur Steinzgeralm

Auf geht’s vom Antholzer See zur Steinzgeralm

Es ist früh am Morgen und viele Teile des Tals liegen noch im Schatten der Berge verborgen. Geplant ist eine Tour vom Antholzer See zur Steinzgeralm mit Schneeschuhen. Der Wanderführer Gilbert erklärt knapp die wichtigsten Dinge, auf die man bei Schneeschuhen achten sollte, wie, dass man die Schuhe über den Schnee gleiten lassen kann und dass man beim Hindernis übersteigen die Beine nicht nach oben heben, sondern nach hinten weg strecken sollte. Nach der kurzen Einführung machen wir uns auf den Weg über den zugefrorenen See hinauf zur Alm. Die knapp 300 Höhenmeter gehen wir einen halben Meter über der Erde steil bergauf – so viel Schnee liegt nämlich zwischen der eigentlichen Straße und dem jetzigen Weg. Mit normalen Schuhen und ohne scharfe Krallen wäre der Aufstieg kaum möglich. „Wir befinden uns übrigens auf dem Weg, den damals auch die Bauern bei den Bauernkriegen gegangen sind“, erklärt Gilbert. Das war 1525/26 als Tirol in einer schweren Finanzkrise steckte und die Bergbaupolitik und hohen Lebensmittelpreise die Zinsforderungen an die Bauern in die Höhe trieben. 486 Jahre später sind es nicht die Bauern, sondern die Journalisten, die sich den Weg hinauf kämpfen. Oben angekommen heißt es kurz verschnaufen und dann die Aussicht und die Sonne genießen. Auf der Steinzgeralm kann man sich für die Anstrengung mit Speckknödel und Gulasch belohnen.

Warum Schneeschuhwandern auch als Programmpunkt in Eurem nächsten Urlaub vorkommen sollte? Man kann ohne große Einweisung und Vorkenntnisse einfach drauflos laufen. Doch Vorsicht: Dadurch, dass man immer leicht breitbeinig läuft, kann es zu Muskelkater am nächsten Tag kommen.

Schlittenfahrten

Ab geht die Post: 5,5 km und 550 Höhenmeter bergab

Ab geht die Post: 5,5 km und 550 Höhenmeter bergab

Adrenalinkick gefällig? Dann würde ich Euch eine Schlittenabfahrt auf dem Klausberg empfehlen. Hier geht es auf etwa 5,5 km 550 Höhenmeter bergab. Während die Baumreihen an einem vorbeisausen und einem Eiskristalle ins Gesicht fliegen, wünscht man sich, diese Fahrt möge niemals enden. Etwa eine Viertelstunde genießt man dieses Gefühl und das herrliche Kribbeln im Bauch. In Serpentinen geht es immer weiter bergab. Doch Vorsicht, auf so einer langen Strecke kann man sich tatsächlich auch verfahren. Einmal abgelenkt von der schönen Aussicht auf das in Sonnenschein getränkte Ahrntal und schon hat man die steile Rechtskurve verpasst und saust 500 Meter zu früh nach unten. Doch eine Seilbahn bringt einem samt Schlitten wieder nach oben und schon kann man die restliche Strecke zum Ziel zurücklegen.

Sollte mal kein Schnee mehr liegen, musst man trotzdem nicht aufs Rodelvergnügen verzichten. Mit der Sommerrodelbahn Klausberg-Flitzer saust Du 1800 Meter mit bis zu 40 Stundenkilometern hinab. Die Geschwindigkeit kann man ganz leicht selbst bestimmen: Hebel nach vorn und Du gibst Gas, Hebel zurück und Du bremst leicht ab.

Zwischen den Rodeltouren kann man sich in der Kristallalm stärken. Während Du Dir typisch südtirolerische Köstlichkeiten schmecken lässt, kannst Du auf der sonnigen Terrasse den Skifahrern bei der Abfahrt zuschauen oder den Kleinsten bei ihren ersten Ski-Versuchen.

Kleiner Tipp: Als Aperitif empfehle ich den „Alm-Spritz“. Die fruchtig-würzige Mischung aus Apfel, Bergthymian, Holundersirup und Prosecco ist genau das Richtige nach so einer prickelnden Abfahrt. Gegen den großen Hunger bestellst Du Dir den „Kristall Burger“. Das saftige Rindfleisch mit würzigem Bergkäse und den frischen Tomaten sowie Rucola schmeckt ganz wunderbar und macht pappsatt.

www.kronplatz.com/de/klausberg

Biathlon

Im Biathlonzentrum Antholz kann man den Profis beim Training zuschauen

Im Biathlonzentrum Antholz kann man den Profis beim Training zuschauen

„Jetzt atme kurz ein, halt die Luft an und dann drückst Du ab“, weist mich eine Stimme zu meiner rechten ein. Ich liege wie eine Robbe flach auf dem Boden, visiere die Zielscheibe an und … Daneben. Gleich weiter. Der Trainer spannt die Waffe erneut. Ich halte die Luft wieder an und … Treffer. 4 von 5 – geht doch! Was ich hier grad treibe? Ich befinde mich auf den Spuren der Biathlon-Profis. Das Biathlonzentrum Antholz öffnet nämlich nicht nur den Profis beim Weltcup- und Weltmeisterschaften seine Tore, sondern jedem, der auch mal Lust auf Amateur-Biathlon hat. Entweder man bucht hier eine Stunde beim Trainer und lernt präzises Schießen mit ausgedehnten Loipenwanderungen oder macht direkt einen mehrtägigen Biathlon-Workshop in Antholz mit. Wer möchte, kann natürlich auch auf eigene Faust auf den weiten Loipen des Antholzertales seine Bahnen ziehen – hier stehen einem knapp 30 km Langlaufloipen zur Verfügung.

Mein Fazit: Einmal selbst zu erleben, wie anstrengend Langlauf in Kombination mit konzentriertem Schießen ist, flößt einem enormen Respekt für diese Sportart ein! Wenn man wie ich, das erste Mal auf Skiern steht, sollte man sich aber vielleicht eher erst auf das Erlernen von Langlauf beschränken. Möchte man nur mal kurz reinschnuppern, bekommt man einen ersten Einblick, ob diese Sportart etwas für einen ist. Die Trainer des Biathlonzentrums Antholz sind sehr freundlich und verstehen es, einem diese Sportart zu vermitteln.

www.biathlon-antholz.it

Messner Museum

Das MMM Messner Mountain Museum schmiegt sich an den äußersten Rand des Kronplatzes

Das MMM Messner Mountain Museum schmiegt sich an den äußersten Rand des Kronplatzes

Auf 2275 Meter Höhe des Gipfelplateaus des Kronplatzes schmiegt sich das MMM Messner Mountain Museum an den äußersten Rand des Berges. „Es ist vermutlich das einzige Museum der Welt, bei dem man mit Skiern vorfahren kann und sich die Ausstellung in Skischuhen anschaut“, vermutet Sandra Winkler vom Tourismusverband Kronplatz. Das MMM Corones ist das sechste und damit letzte Museum aus dem Projekt Messner Mountain Museum. Schon von außen wissen Kenner, dass es sich um den unverwechselbaren Museumsbau von Zaha Hadid handelt. Die Irakerin zählt zu den talentiertesten und innovativsten Architektinnen der Gegenwart. Ihr Markenzeichen ist neben dem Verzicht auf rechte Winkel, das atemberaubende Zusammenspiel aus schiefen Ebenen, spitzen Wänden und hervorragenden Dächern. So ist es bei mir weniger das wirre Sammelsurium aus Wanderstiefeln aus dem 19. Jhd. den weisen Sprüchen von Messner, die an den Wänden prangen und den gemalten Bergpanoramen als viel mehr die dynamische Architektur, die einen schwungvoll durch die unterschiedlichen Ebenen geleitet sowie die gigantische Aussicht durch die riesigen Panoramafester was mich an diesem Museum begeistert.

www.messner-mountain-museum.it

Wellness

In der privaten Spa-Suite des Hotels Alpenhof können Gäste dem Alltag entfliehen

In der privaten Spa-Suite des Hotels Alpenhof können Gäste dem Alltag entfliehen

Was wäre das Wellspa-Portal ohne den passenden Wellness-Tipp für Euch? Es ist nicht das großzügige Wellness-Paradies Cron4 im Pustertal mit seinem Saunabereich, der sich auf 3000 Quadratmeter erstreckt, den ich Euch empfehle, obwohl es hier sicherlich auch ganz erholsam ist, sondern es ist der Wellnessbereich des Hotels Alpenhof. In dem Familotel stehen erholsame Tage für die gesamte Familie an oberster Stelle. Im 3. Stock befindet sich der schicke und moderne Wellnessbereich. Die junge Spa-Menagerien Andrea nimmt mich bereits mit einem herzlichen Lächeln am Fahrstuhl in Empfang. Meine Adrenalin verkrampften Muskeln der letzten Tage werden heute bei einer 30-minütigen Massage wieder gelockert. Mit gekonnten Handgriffen fährt sie meine Muskelstränge entlang und ich bin nach wenigen Augenblicken total entspannt. Doch dies ist nicht die einzige Wellnessbehandlung, die man hier buchen kann – ich bin sehr erstaunt über das umfangreiche Programm auf dem Spa-Menü. Neben klassischen Massagen und pflegenden Packungen, die zum Teil auch einen regionalen Touch haben wie etwa die Enzian-Murmelöl-Packung, kann man hier auch ein Privates Spa-Erlebnis zu zweit buchen. In dem großen Raum mit eigenem Balkon, Himmelbett, Badewanne und Infrarot-Kabine, kann man sich mehrere Stunden vom Alltag zurückziehen. Da das Hotel ein Familienhotel ist, können hier auch Teenager mit den Teenie-Specials, wie bei einer Schokomassage erste Beauty-Erfahrungen sammeln. Entweder entspannt man nach so einer Behandlung im Ruheraum mit Tee oder man zieht sich wie ich in sein großes, sonnendurchflutetes Hotelzimmer zurück. Die Räume sind in warmen Tönen und mit ganz viel Holz gestaltet und sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. So träume ich mich von meinem Bett aus auf die Berggipfel der nahen Dolomiten.

www.hotel-alpenhof.info

Genuss

Der Auftakt eines verheißungsvollen Menüs im Herrenhaus Ansitz Heufler: gratinierte Jacobsmuscheln

Der Auftakt eines verheißungsvollen Menüs im Herrenhaus Ansitz Heufler: gratinierte Jacobsmuscheln

Nach der Aktion kommt der Genuss und den findet man in Südtirol zuhauf. Die Küche hier ist so vielfältig, dass wirklich jeder das Passende findet. Ich hatte das große Glück einen Abend in dem historischen Herrenhaus Ansitz Heufler essen zu dürfen. Schon allein die Atmosphäre in dem Schlosshotel ist zauberhaft. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1579. Im ersten Stock befindet sich eine der schönsten Stuben Tirols. Hier könnte man Stunden damit zubringen, die aufwendigen Schnitzereien der Holzwände zu bewundern. In seiner langen Geschichte gehörte es sogar einmal dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi – obwohl er es wohl gar nicht wusste. Heute ist es ein Hotel mit 8 charmanten Zimmern im 70er Jahre Stil mit Restaurant. Komfort darf man hier nicht erwarten, aber dafür jede Menge wundervollen Charme mit knarzenden Dielenböden, engen Wendeltreppen und wunderschönen alten Möbeln – Schlossgespenst inklusive. Aber zurück zum Essen. Im Erdgeschoss befinden sich die Bar und drei kleine Säle, von denen jeder individuell eingerichtet ist. Nicht nur das Ambiente stimmt, sondern auch das Essen! Hier mal mein Menü des Abends: Meine kulinarische Reise beginnt mit gratinierten Jacobsmuscheln, gefolgt von Safranrisotto mit gebratener Wachtel. Zuguterletzt kommt ein warmes Schokoladentörtchen mit cremigem Vanilleeis. Ich lasse meinen Löffel durch das fluffige Törtchen gleiten und schon läuft der warme, flüssige Schokoladenkern über meinen Teller – schöner könnte das gelungene Menü nicht enden.

www.ansitz-heufler.it


Vielen Dank an den Tourismusverband Kronplatz für die Einladung und vielen Dank an die ÖBB und DB für die gesponserten 1. Klasse Tickets!

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