Seenliebe am Königssee

, , , , , , ,
Reiseziel Königssee in Bayern. Für eine Tour an einen der tiefsten Seen in Deutschland ist die Jahreszeit egal. Der Königssee ist immer eine Reise wert. Im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Ob zum Wandern, genießen oder für perfekte Fotomotive. Als Familienurlaub, Zeit zu Zweit oder als Wanderurlaub. Schroffe Berge, wie Watzmann, Jenner oder die schlafende Hexe blicken auf berühmte Orte wie St. Bartholomä.

Majestätische Momente am Königssee bedeutet Seenliebe in Bayern. Einfach herbstlich schöne Augenblick mit Spiegelbild, Watzmann und lustigen Schifffahrten.

Tiefe Wasser sind nicht immer still. Das denke ich mir, als ich die gekräuselte Oberfläche des Königssees sehe. Die Spiegelung der majestätischen Berge: Das ist, wie wenn man durch bewegtes Milchglas schaut. Faszinierend, entspannend – und einfach schön. Ich fahre mit dem Schiff über diesen traumhaften Gebirgssee im Berchtesgadener Land.

Unter mir fast 200 Meter Wasser, über mir der weiß-blaue bayerische Himmel – und in der Luft liegt der Duft des Herbstlaubs, das sich an den Ufern golden im Wind wiegt. Perfekt für einen Ausflug, einen Tag am See – aber das gilt am Königssee auch für jede andere Jahreszeit. Vorsichtig wäre ich bloß an besonders schönen Wochenenden: Dann darf man sich hier nämlich auf Touristenscharen einstellen…

Reiseziel Königssee in Bayern. Für eine Tour an einen der tiefsten Seen in Deutschland ist die Jahreszeit egal. Der Königssee ist immer eine Reise wert. Im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Ob zum Wandern, genießen oder für perfekte Fotomotive. Als Familienurlaub, Zeit zu Zweit oder als Wanderurlaub. Schroffe Berge, wie Watzmann, Jenner oder die schlafende Hexe blicken auf berühmte Orte wie St. Bartholomä.

St. Bartholomä am Königssee

Touristen-Klischees und echtes Erleben

Darauf ausgerichtet ist auch die Gemeinde Schönau. Hier, wo man das Auto auf dem großen Parkplatz abstellen kann, bedienen die Läden in der Fußgängerzone so ziemlich jedes Touri-Klischee: Vom Salzbrocken über das Kniefrei-Dirndl bis hin zum weiß-blauen Schlüsselbommel verkaufen die Händler alles, was man sich von einem extremen Touristen-Ort erwartet. Nicht meine Welt, zugegeben – aber das macht nichts. Ich bin ja nicht wegen der Läden da, sondern wegen des Sees.

Tief und sauber

Also, der See: Schon die bloßen Fakten machen ihn zu etwas Besonderem. Die Tiefe, wie gesagt – aber auch die Tatsache, dass es einer saubersten Seen ganz Deutschlands ist. Wobei: Das wirklich Einmalige, das kann man nicht in Fakten oder Zahlen sagen – das muss man erleben. Am besten geht das tatsächlich per Schiff. Die Königssee-Schifffahrt betreibt insgesamt 19 Elektroboote, mit denen man sich über das Gewässer schippern lassen kann. Bis nach St. Bartholomä mit seiner berühmten Kirche geht´s ganzjährig, bis Salet am anderen Ende des Sees nur, solang der Sommerfahrplan gilt – das ist von Ende April bis Mitte Oktober.

Grandiose Landschaft ohne Auto

Beide Orte haben gemeinsam: Mit dem Auto kommt man nicht hin, was die eh schon beeindruckende Landschaft für Wanderer nochmal schöner macht. Ansonsten gilt: In Sankt Bartholomä ist mehr los, dort ist normalerweise auch der Biergarten relativ dicht gefüllt. Nach Salet fahren dagegen weniger Leute, obwohl sich diese Fahrt aus meiner Sicht sehr lohnt. Denn: Von hier aus kann man eine kurze, schöne Wanderung unternehmen. Vom Bootsanleger aus geht´s via Saletalm zum Obersee. Der kleine Bruder des Königssees liegt ein paar Meter höher und ist zu Fuß höchstens eine Viertelstunde entfernt, der Weg ist leicht zu gehen. Hier eröffnen sich wunderbare Fotomotive mit steilen Bergen, klarem Wasser, einer alten Hütte und der frischen Luft, die man selbst noch durchs Foto zu spüren meint. Immer im Blick am Ende des Tals: der Röthbachfall, der höchste Wasserfall ganz Deutschlands.

Speckknödel auf der Saletalm

Hunger bekommen? Dann wär eine Einkehr auf der Saletalm sicher nicht verkehrt. Zum Beispiel mit Speck- oder Spinatknödeln. Hier ist Selbstbedienung angesagt. Und Achtung: Nur Bargeld – wir sind hier wirklich weit hinten in der Bergwelt. Das macht die Gegend aus meiner Sicht noch reizvoller: Man ist in der Zivilisation, aber trotzdem deutlich abseits des Geschehens. Das merkt man zum Beispiel auch auf der Rückfahrt über den Königssee, wo man bei der Bedarfshaltestelle Kessel vorbeikommt. Hier stoppt das Schiff nur, wenn Bergsteiger aus- oder einsteigen wollen, die von hier aus den Weg zur Gotzenalm gehen wollen oder gegangen sind. Man spürt: So touristisch die Ecke auch ist, so naturverbunden und bergsteiger-affin ist sie zugleich. Kein Wunder: Direkt am Ufer des Sees erhebt sich zum Beispiel der berüchtigte Watzmann. Und ein paar Wanderstunden entfernt gelangt man zum Funtensee. Noch so ein Superlativ: Hier wurde die tiefste je in Deutschland gemessene Temperatur verzeichnet: fast 46 Grad unter null.

Im Blick der schlafenden Hexe

Und noch mehr Bergiges gibt es zu erkunden in dieser Gegend – zum Beispiel den Jenner, auf den man auch per Gondel fahren kann. Oder die schlafende Hexe – einen Berg, der seinen Namen der markanten Silhouette zu verdanken hat. Das alles und noch viel mehr wissen die Mitarbeiter der Seenschifffahrt zu erzählen. Während das Schiff unterwegs ist, geben sie übers Mikrofon Geschichten zum besten – plus langjährig erprobte Witze…

Ein besonderer Moment: Wenn das Boot unterwegs anhält, der Schiffer sein Flügelhorn auspackt und eine Melodie erklingen lässt. Dann wird schnell klar, warum die Felswand direkt am See auch die „Echowand“ heißt. Früher demonstrierten die Herren das noch mit Böllerschüssen und bis zu siebenfachem Echo. Das ist mittlerweile nicht mehr erlaubt, Schwarzpulver gilt als zu gefährlich. Zugegeben, touristischer geht es kaum. Seinen Reiz hat der Königssee dennoch.

Geheimtipp Hintersee

Wer mag, kann es danach dann gut sein lassen und von Schönau aus wieder die Heimfahrt antreten. Wer aber Lust auf noch mehr See hat, der kann sich an diesen Tipp für Liebhaber halten: Bei Ramsau, mit dem Auto nicht weit entfernt, findet sich der Hintersee. Der klingt erst mal unspektakulär – und die ersten Blicke vom Parkplatz und vom Wanderweg durch den Zauberwald aus bestätigen diese Vermutung auch. Aber mein Ratschlag: nicht aufgeben, sondern die See-Umrundung zu Fuß machen. Denn: Auf der gegenüberliegenden Seite findet sich eine zauberhafte Stelle.

Paradies der Fotografen

Zwei steinerne Inselchen liegen ganz nah am Ufer, kleine Bäumchen wachsen darauf, und im Hintergrund erhebt sich die Schärtenspitze. Gut möglich, dass Du hier am Ufer Fotografen mit riesiger Ausrüstung triffst, die sich grad über den richtigen Polfilter unterhalten. Gut möglich, dass Du an genau diese Szene denen wirst, wenn Du demnächst ein spektakuläres Foto ebenjener Stelle auf Instagram entdeckst. Aber wer weiß: Vielleicht magst Du selber Dich einfach nur hinsetzen, schauen und Deine persönliche Seenliebe erleben.

Reiseziel Königssee in Bayern. Für eine Tour an einen der tiefsten Seen in Deutschland ist die Jahreszeit egal. Der Königssee ist immer eine Reise wert. Im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Ob zum Wandern, genießen oder für perfekte Fotomotive. Als Familienurlaub, Zeit zu Zweit oder als Wanderurlaub. Schroffe Berge, wie Watzmann, Jenner oder die schlafende Hexe blicken auf berühmte Orte wie St. Bartholomä.

Reiseziel Königssee in Bayern. Von Wandern über Wellness ist hier alles geboten

Bitte bewerte diesen Artikel:
    [Gesamt: 3 | Durchschnitt: 5]
20 Kommentare
  1. Tanja says:

    Hallo Katja,

    vielen Dank für die tollen Eindrücke.
    Wir haben gerade kürzlich einen Ausflug zum Königssee gemacht, da ich so viel tolles gehört und gelesen hatte und den See unbedingt einmal sehen wollte. Ich muss zugeben, wir waren sehr überrascht, was wir dann dort wirklich vorgefunden haben. Mit dem Touristenansturm haben wir (auch unter der Woche) gerechnet, daher waren wir nicht weiter verwundert, aber – wie du schon schreibst – die Läden, Buden und Stände bis zum See das war für uns ein einziger Graus. Statt Informationstafeln zum See und zur Umgebung fanden wir reinen Kommerz. Als uns klar wurde, dass man den See nicht auf eigene Faust erwandern kann, sondern dass einem lediglich zur Auswahl steht mit dem Elektroboot zu fahren oder ein Ruderboot zu mieten und erst ab der ersten Anlegestelle Wanderwege angelegt wurden, bekam das Erlebnis Königssee für uns einen sehr bitteren Beigeschmack. Diese reine Kommerzialisierung der Naturschönheit hat uns reißaus nehmen lassen. Auch wenn die Fotos auf der anderen Seite des Königssees wirklich toll aussehen.

    Zum Glück wurden wir am Hintersee mit seinem Zauberwald dann doch noch fündig. Eine traumhafte Wanderung, nur wenige Restaurants und ein Kiosk, sowie ein Runderbootverleih. Das war ganz nach unserem Geschmack und hier steht die Natur noch im Vordergrund und nicht der Kommerz. Daher ein ganz toller Tipp!

    Viele Grüße,
    Tanja

    Antworten
  2. Magdalena says:

    Ich kann es ebenfalls bestätigen: Der Hintersee ist wirklich einen Ausflug wert. Vor allem Fotofreunde werden hier absolut Spaß haben. Obwohl mein Ausflug schon mindestens 8 oder 9 Jahre her ist, hängen die Bilder immer noch in meiner Wohnung, weil es da wirklich schön war!

    Vielen Dank für den schönen Bericht – weckt Erinnerungen 🙂

    Liebe Grüße
    Magdalena

    Antworten
    • Katja Wegener says:

      Hallo Magdalena,
      ich teile Deine Begeisterung komplett. Einfach schön und ich bin mir sicher, im Sommer werde ich in der Region Wandern.
      Viele Grüße
      Katja

      Antworten
  3. Dagmar says:

    Hallo Katja, wieder ein toller Beitrag. Leider war ich noch nie am Königssee, er steht schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste. Jetzt ist er um einige Plätze nach vorne gerückt 😊.
    Wunderbare Fotos.
    Lg Dagmar

    Antworten
  4. Charnette says:

    Liebe Katja,
    ein sehr schöner Beitrag mit richtig tollen Fotos. Ich finde auch, dass wir in einem wunderschönen Land leben, dass es wirklich lohnt, bereist zu werden. Das haben wir uns zumindest ganz fest für die nächsten Jahre vorgenommen.
    Danke für die Inspiration.
    LG
    Charnette

    Antworten
  5. Anwolf - Unterwegs auch mit Hund says:

    Liebe Katja,
    toller Bericht einer Gegend, die einfach traumhaft ist. Ich habe fünf Jahre in Salzburg gelebt (jetzt Norddeutschland) aber mein Mann und ich sind oft dort auf Familienbesuch. Leider bleiben mir die traumhaften Blicke vom „Inneren“ des Königsees verborgen, da wir immer mit Hund unterwegs sind und auf den Booten Maulkorbpflicht herrscht. Den hasst Bobby. Für den Hintersee hätte ich noch einen Wandertipp: Es gibt eine kleine (etwa 8 km lange) Rundwanderung über die Halsalm. Ein recht deftiger Anstieg am Anfang, aber dann hat man tolle Ausblicke auf den See und eine leckere Brettljause 🙂 Wenn du magst kannst du ja mal in meinen Bericht reinschauen: https://anwolf.wordpress.com/2017/07/27/3-tage-in-salzburg-watzmann-zauberwald-und-mein-lieblings-panoramablick/
    Liebe Grüße von Andrea

    Antworten
    • Katja Wegener says:

      Liebe Andrea,
      der Tipp wird umgehend im kommenden Jahr in die Tat umgesetzt. Vielen Dank dafür, der Ausblick ist klasse.
      Viele Grüße
      Katja

      Antworten
  6. Kathi says:

    Liebe Katja,
    es ist schon Ewigkeiten her, dass ich am Königssee war. Aber deine großartigen Bilder rufen noch einmal die Erinnerungen daran wach. Ich habe den Ausflug dorthin damals sehr genossen und mag den See tatsächlich sehr sehr gerne. Vielleicht sollte ich einfach mal wieder hin. 🙂
    Vielleicht nächstes Jahr im Herbst? Das klingt doch nach einem Plan. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    Antworten
  7. Oli says:

    Hi Katja,
    dein Artikel weckt Erinnerungen! 7 Jahre ist s schon her als ich am Königsee das letzte mal war. War damals ein unvergesslicher Urlaub. Einen Wandertipp hab ich auch für dich von der Mittelstation der Jennerbahn erst am Hang entlang wandern mit Blick auf den Watzmann und dann den Abstieg hinunter zum Königsee. Am Kessel angekommen ein Boot rufen und dann über den zurück. Geht aber nur solange die Schiffahrtslinie aktiv ist. Vom Kessel gibt es keinen anderen Weg zurück.
    Viele Grüße
    Oli

    Antworten
    • Katja Wegener says:

      Hallo Oli,
      das klingt nach einer super Tour, die ich mir für kommende Saison merken werde. Ich mag den See sehr und kann die Touristenströme leider gut verstehen.
      Danke für deinen Tipp.
      Viele Grüße
      Katja

      Antworten
  8. Conchita says:

    Am Königssee war ich als Kind mal, das weiß ich, habe aber fast keine Erinnerungen mehr daran. Wir waren jedes Jahr im Sommer bei Verwandten am Chiemsee und haben dann halt Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung gemacht.
    Wenn ich aber Deine Fotos so sehe, dann muss ich unbedingt noch mal hin an den Königssee, eine wunderschöne Natur, wie gemacht für mich Wanderfreak.

    Antworten
  9. Barbara von Barbaralicious says:

    Liebe Katja,

    ich glaube, wir müssen mal eine Seenliebe-Tour zusammen machen! Deine Fotos sind soooo genial! Du hast es echt drauf, die Seen in all ihrer Pracht in Szene zu setzen. Danke, dass du uns an diese magischen Orte mitnimmst!

    Liebe Grüße,
    Barbara

    Antworten
    • Katja Wegener says:

      Liebe Barbara,
      das machen wir mal. Kommendes Jahr, was denkst du?
      Vielen Dank für das Kompliment 😉
      Liebe Grüße
      Katja

      Antworten
  10. Avaganza says:

    Liebe Katja,

    ein schöner Bericht über den Königssee! Er ist gar nicht so weit weg von Wien … also für ein verlängertes Wochenende wäre das wirklich einmal eine Reise wert. Danke für den Tipp!

    Liebe Grüße
    Verena

    Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.