Reiseblogger definiert Wellness, jetzt wirds mal anders

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Purer Wellness-Genuss auf den Lofoten ©colorsoftheworld

Die etwas andere Definition von Wellness
Wellness – viele denken an Sauna, Massage und pure Entspannung. Doch ist es das eigentlich? Wellness kommt aus dem englischen und bedeutet so viel wie Wohlbefinden. Komme ich nur durch eine Massage in den Zustand des Wohlbefindens? Oder gibt es da nicht noch andere Möglichkeiten?

Purer Wellness-Genuss auf den Lofoten ©colorsoftheworld

Purer Wellness-Genuss auf den Lofoten
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Die liebe Katja fragte an, wer Lust hat über Wellness zu schreiben.

Ein Thema, was von unseren Themen doch sehr fern ist. Natürlich gehen wir auch ab und an mal in die Sauna oder lassen uns massieren, aber wie oft kommt das vor? Vielleicht einmal im Quartal… ist es also dann das richtige Thema für mich? Ja, ist es. Denn Wellness lässt sich eben nicht so reduzieren, sondern ist viel größer als man vermuten lässt.
Am Anfang dieses Beitrages steht wie so oft eine Dudendefinition. Das schlaue gelbe Buch sagt: Wellness – durch [leichte] körperliche Betätigung erzieltes Wohlbefinden. Also eine ganz andere Definition als die, die sich so tief in den Köpfen verankert hat. Wobei ich damit nicht ausschließen will, dass ein Wellness-Tag in einer Sauna nicht entspannend ist. Die Betonung dieser Definition liegt doch noch immer auf dem Wort Wohlbefinden.

 

Was ist also Wellness für mich?

Wellness ist die Ausblendung des stressigen Alltags, das Finden meines inneren Ichs und die Wahrnehmung meiner Umwelt. Dabei merke ich immer wieder, dass ich persönlich aktiv werden muss, etwas erleben will und an die frische Luft möchte. So geht es mir doch vergleichsweise nach einiger Zeit in der Sauna oder bei einer Massage, dass meine Gedanken sich doch wieder auf stressige Situationen des Alltags verlaufen und mich nachdenklich stimmen. Das ist für mich keine Entspannung.

Die perfekte Abwechslung zwischen Ruhe- und Bewegungsphasen ist für mein persönliches Wohlbefinden wichtig.

Purer Wellness-Genuss auf den Lofoten ©colorsoftheworld

Schauen und genießen
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Doch was bedeutet das jetzt konkret?

Ich bin ein sehr offener und wissbegieriger Mensch. Ich liebe die Natur, andere Kulturen, bin offen für Neues. Wenn ich einen Tag rastlos bin, habe ich das Gefühl, dass ich etwas verpasse. Deswegen muss ich für Entspannung meinen Alltag zwar entschleunigen, aber trotzdem meinen inneren Ansprüchen gerecht werden.

Für mich ist die Kombination von Elementen wichtig. Dabei lege ich wenig Wert auf Luxus, sondern viel mehr auf meine innersten Bedürfnisse: Ruhe, Wissen und Erfahrung sammeln und vor allem Musik. Diese Kombination der Dinge habe ich vor allem in meinem letzten Urlaub auf den Lofoten in Norwegen gefunden. Als Unterkunft hatten wir ein kleines Ferienhaus gebucht – kein Luxus, keine anderen Menschen, Lage „in the middle of nowhere“.

Perfekt, man kann auch in Jogginghose frühstücken und wie die Haare liegen oder eher abstehen ist auch egal. Mit einem Picknick im Rucksack ging es dann los. Wir suchten uns je nach Tagesform eine Wanderroute aus. Vorher war nichts festgelegt, wir konnten je nach aktueller Gefühlslage entscheiden, was diesen Tag wichtig war: mehr Ruhe oder mehr Power, mehr Entschleunigung oder mehr Beschleunigung. So genossen wir die Natur mit ihrer kompletten Schönheit auf mal mehr, mal weniger anspruchsvollen Wanderrouten. Durch die Bewegung und auch die Hürden, die ich zu meistern hatte, entspannte sich mein Körper. All die Stressfaktoren wurden mit jedem Schritt kleiner, sie wurden einfach aus meinem Körper gewandert. Oben angekommen wurde dann noch einmal das Selbstwertgefühl gestärkt. Diesen Berg hat man erklommen, man hat sein Ziel erreicht. Und da war sie: die absolute norwegische Ruhe. Ein leises Rascheln von im Wind wehenden Gras, mehr gab es nicht. In sich gekehrt mit all dieser Ruhe, dem Stolz und der körperlichen Bewegung: das ist pures Wohlbefinden.

Purer Wellness-Genuss auf den Lofoten ©colorsoftheworld

Lisa mit Überblick auf Ryten auf den Lofoten
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Mit jedem Tag wurde die innerliche Ruhe größer

Der Alltag wirkte fern und kein Gedanke wurde an Stress und Schnelligkeit verschenkt. Dabei ist Wellness dann am größten, wenn man seinen eigenen Tritt gefunden hat, angekommen ist, sich selbst resettet hat. Langanhaltendes Wohlbefinden kann man nicht in einer Stunde finden, vielleicht auch nicht in einem Tag. All die Gedanken müssen erst einmal rausgeschwitzt werden, der Körper und der Geist müssen sich selbst reinigen. Dabei hat jeder sein eigenes Tempo und ich behaupte auch, dass dieses Tempo auch von der Umwelt beeinflusst wird. So finde ich in einer ruhigen Umgebung schneller zu mir selbst, als in einer hektischen. Das hängt aber wieder von jedem einzelnen Individuum ab, auch in einer Großstadt kann ich mich selbst finden und mit meinem Geist auf eine Wellness-Reise gehen.

Welche Faktoren sind also für mich in Bezug auf Wellness wichtig?

  • Loslassen: Erst einmal muss ich meinen Alltag loslassen, den Alltag auch gewollt hinter mir lassen, aus der Schale herausbrechen. Das passiert optimalerweise an einem anderen Ort. So geht es mir doch meist so, wenn ich einige Tage zu Hause bin und frei habe, dass ich mich doch mit meinen Alltagsproblemen beschäftige. Ich muss gewillt sein mich zu entspannen
  • Gut gestimmt: Die Personen, die mich umgeben, müssen mir gut gestimmt sein. Es sollte keine Konfliktpotenziale geben. Dabei kann es sein, dass ich alleine meinen Mittelpunkt finde, es kann aber auch sein, dass ich mit einer Gruppe unterwegs bin.
  • Kluger Spruch: Um sich keine Gedanken zu machen, muss man sich Gedanken machen. Kluger Spruch, oder? Aber es ist wirklich wahr. Denn wenn ich keine sortierten Gedanken habe, dann schweifen sie immer wieder zu den Wurzeln zurück. Deswegen ist es wichtig, dass man Dinge, die einen belasten und bewegen, aktiv angeht und für sich selbst thematisiert. Ob im Gespräch oder für sich, ob auf dem Sofa oder in der Badewanne. Wichtig ist, dass man all das, was einen bewegt rauslässt. Erst dann haben der Geist und der Körper die Chance sich selbst zu regenerieren.
  • Das Drumherum: Jeder soll sich so verhalten, wie er sich wohlfühlt. Das fängt beim Thema Kleidung an, geht über zu der Umgebung, Essen und Trinken und endet bei täglichen Abläufen. Ich fühle mich beispielsweise in einer Jogginghose und Turnschuhen wohler, als in einem Kleid oder hochhackigen Schuhen. Für meine Arbeit muss ich immer schick gekleidet sein und mich schminken. In meiner Freizeit lege ich dieses Verhalten ab und greife auf legere Kleidung zurück. Ich schminke mich wenig oder auch mal gar nicht, denn ich bin so wie ich bin. Unter der Dusche morgens wird erstmal ausgiebig gesungen, geträllert und alles an Musik rausgelassen, was so in mir schlummert. Das befreit mich ungemein und macht mich glücklich. So geht es mir gut und so bin ich. Verstellen bringt für Wellness nichts, es presst einen nur in eine Rolle.
  • Genuss: Genuss finde ich für das Wohlbefinden elementar. Dabei kann Genuss auf vielen Ebenen stattfinden.
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Sternenhimmel
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Genuss finde ich in meinem Ziel, wo ich mich aufhalte. Auf den Lofoten beispielsweise war es jeden Tag wieder ein Genuss für mich die hügelige Landschaft zu sehen, moosüberwachsen in sattem Grün, dazu spiegelglatte Seen, ab und an schon vereist.

Die Polarlichter, mit ihrer überwältigenden Schönheit am Himmel, die einen den Mund haben offen stehen lassen, weil man dieses Naturschauspiel einfach nicht begreift.

Genuss finde ich aber auch in meinem Essen. Wer kennt es nicht: Im Urlaub lässt man es sich gut gehen. Dabei liegt die Betonung auf Genuss und nicht auf Übergenuss. Man genießt neue Geschmäcker, fremde Gewürze. Ob selbst gekocht oder nicht ist dabei nicht relevant, denn auch der Kochprozess an sich kann sehr entspannend sein.

Und Genuss ist für mich auch Musik. Wenn ich singe, bin ich glücklich, wenn nicht, dann stimmt irgendetwas nicht. Was kann man sich abends schöneres vorstellen, als nach Hause zu kommen und sich mit einem spannenden Buch zu einer leisen Melodie aufs Sofa zu kuscheln und den Abend ausklingen zu lassen.

Das ist für mich purer Genuss und gehört für mich zum Wohlbefinden mit dazu. Aber auch die Umgebung gibt einem immer wieder Musik: Die Kakophonie des Alltags verschwindet und gibt ganz andere Töne und Melodien frei: Die Melodie der Natur beispielsweise mit zwitschernden Vögeln, dem Gurgeln eines Wasserfalls und das Rauschen des Windes in den Bäumen.

 

Vielen lieben Dank an

Colors of the World – dahinter stecken gleich Zwei: Lisa, die für die Texte und Social Media zuständig ist und Alex, der alle Farben der Welt mit seiner Kamera für euch einfängt. Im Bereich Blogging sind die beide noch Neulinge und zeigen euch ihre farbenreichen Reiseeindrücke auf http://www.colorsoftheworld.de/

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