Einmal Hölle und zurück

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Genusswandern im Ausflugsziel Höllentalklamm
Jeder einzelne Tropfen zaubert ein Lächeln in mein Gesicht, und davon gibt es hier, bei meinem heutigen Ausflugsziel, der Höllentalklamm so einige. Nass vor lauter schwallartig herabfallenden Wassertropfen und das bei strahlendem blauem Himmel ohne ein einziges Wölkchen. Unter mir tost das Wasser und über mir strahlt die Sonne oder auch mal ein riesiger Felsklotz.

Höllentalklamm am Fusse der Zugspitze

Was für ein großartiger Sommer, das Wetter macht richtig Lust auf eine Bergtour mit echt feuchten Momenten. Mein Ausflugsziel ist die Höllentalklamm unterhalb der Zugspitze bei Garmisch-Partenkirchen.
Doch vor der Klamm geht es gemütlich ansteigend gut eine Stunde am Hammersbach entlang hinauf. Entspannt gurgelt das Wasser neben mir und sorgt für den ein oder anderen schönen Fotostopp. Im Halbschatten der Bäume schlängelt sich der Weg vom Ortzentrum Hammersbach bis an die Höllentaleingangshütte. Schon ein wenig gewagt ist der Platz mit imposantem Ambiente, doch eine Brotzeit und eine Toilette sorgt bei allen Wandern für gute Laune, vor dem Klammeinstieg.

Höllentaleingangshütte

Warum heißt die Höllentalklamm wie die Hölle?

Übrigens: Höllental kommt keineswegs, wie man meinen könnte, von Hölle. Vielmehr versteckt sich hier der Begriff aushöhlen drin.
Kein Wunder befindet sich doch direkt unterhalb der Zugspitze der Höllentalferner. Von hier drückt sich Gletscherwasser in den Hammersbach. Bei seinem Weg ins Tal hat sich dieser einen beeindruckenden Weg durch harte Muschelkalkschichten, ins Tal gegraben. Was früher noch mehr einer Höhle glich, hat sich im Laufe der Jahre zu einer rund 1000 Meter langen Schlucht ausgehöhlt und geformt.
Genauere Informationen über die Erschließung des Höllentals und den Erzbergbau, finden sich im 2011 eröffneten Höllentalklamm-Museum direkt am Klammeingang. Das erklärt auch die alten Gebäudereste, die ich immer wieder bei der Klammwanderung zu sehen bekomme. Denn bereits im 19. Jahrhundert wurde hier ein Bergwerk zur Gewinnung von Bleierzen gebaut. Wahnsinn unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wurde. Gut, dass heute nur noch Ruinen vom Bergbau im Höllental berichten, denn 1925 wurde alles wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.
Der Eintrittspreis für das Museum ist im Klammeintritt enthalten.

Wandern in der Höllentalklamm

Interessant, denn bereits 1905 wurde die Höllentalklamm für den Tourismus eröffnet. Diverse Tunnel, Brücken und Stege gebaut um die Klamm passierbar zu machen.
Wenn ich mir diese Naturgewalten anschaue, die hier wirken, ist es nicht verwunderlich, dass hier jedes Jahr erhebliche Arbeiten nötig sind um die Wege zu erhalten. Ganz ehrlich, ich finde die erhobenen 5,- € Eintrittsgeld mehr als gerechtfertigt und eigentlich sogar zu wenig. Aber Spenden geht ja immer.

Überall Wasserfälle in der Höllentalklamm

Faszinierendes Naturschauspiel

Komplett fasziniert wandere ich vorsichtig durch die Klamm. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind zwingend nötig. Auf die Regenjacke möchte ich auch nicht verzichtet haben, denn es kommt so einiges an flüssigem Sonnenschein von oben.
Bizarre Felsformationen hat das Wasser freigegeben, als es sich teilweise bis zu 150 Meter in die Tiefe gegraben hat. Ein bisschen Abenteuer ist schon dabei, wenn ich über Stege und Brücken wandere und auf das blaue Wasser weit unter mir schaue. Hier liegt so einiges rum, was schnell deutlich macht, mit welcher Gewalt sich hier Wasser- und Schneemassen durchschieben.

Die Höllentalklamm ist eine Tagestour, die ich unbedingt als abwechslungsreiche Genusswanderung für Geübte bezeichnen würde.
Problemlos könnte man hier am Ende der Klamm umdrehen oder auch über den Stangensteig hoch über der Klamm zurück wandern. Für mich aber geht es noch ein Stück weiter. Die Höllentalangerhütte ist heute mein Ziel. Markierte Wanderwege bringen mich nach insgesamt knapp 700 Höhenmetern in einer wirklich großartigen Natur bis zur Höllentalangerhütte.
Eine 2015 komplett neu gemachte DAV Hütte auf deren Terrasse es Speckknödel mit Zugspitzblick gibt. Kleiner Tipp am Rande. Hier lässt es sich wunderbar übernachten, wenn man beispielsweise die Zugspitze erklimmen möchte.
Auch wenn es für mich heute direkt wieder zurück geht, klar ist, die nächste Wandertour wird mich auf den angeblich schönsten Weg der Ostalpen führen. Das bedeutet dann es geht von der Höllentalangerhütte über die Knappenhäuser zum Hupfleitenjoch und weiter zum Kreuzeckhaus. Doch davon bei einem anderen Ausflugstipp fürs Wochenende.

Schnee kurz vor der Höllentalangerhütte

Öffnungszeiten und Preise der Höllentalklamm

In den Sommermonaten ist der Durchlass ganztägig – somit 24 Stunden – möglich. Im Winter ist die Höllentalklamm geschlossen und öffnet auch erst Anfang Juni ihre Pforten. Das allerdings ist immer der Schneelage angepasst.
Denn auch heute – Mitte Juli in einem wirklich heißen Sommer – finde ich noch Schneefelder kurz vor der Höllentalangerhütte.
Wer durch die Klamm hin und zurück möchte zahlt 5 € oder 2 € als DAV Mitglied.

Ausflugsziel Anfahrt für die Wanderung durch die Höllentalklamm

Über die A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen und dann immer Richtung Grainau. Ab hier ist die Höllentalklamm ausgeschildert. Man kommt automatisch in den Ort Hammersbach, wo sich am Ortsrand, direkt hinter den Bahnschienen ein kostenpflichtiger Wanderparkplatz befindet.
Lustig, hier kann man entweder einen Tag – 24 Stunden für 8 € – oder ½ Tag – 12 Stunden für 5 € buchen.
Wenn du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, erreichst du den Startpunkt der Tour mit dem Eibseebus. Der Bus fährt von Garmisch-Partenkirchen aus direkt zur Haltestelle Hammersbach am Startpunkt der Wanderung. Der Bahnhof Garmisch-Partenkirchen ist hervorragend an das Regional- und Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Fahrplanauskunft unter Bahn.de und Eibseebus.de

Ausflugstipps Erlebnisfaktor oder Entspannungsfaktor

Ob ich Wandern mit gut 1400 Höhenmetern hoch inkl. runter einen Entspannungsfaktor abgewinnen kann, denke ich eher nicht. Dafür ist der Erlebnisfaktor in der Höllentalklamm wirklich faszinierend. Bizarre Landschaften durch die Urgewalt des Wildbaches ermitteln einen andersartigen Einblick in die Schönheit der Bayrischen Alpen. Schluchten von bis zu 150 Meter Tiefe, dunkle Gänge, Wasservorhänge, zahllose Wasserfälle, riesige Felsbrocken und an jeder Ecke das Gefühl eine neue Welt zu betreten.
Auch für Kinder mit Kondition, Trittsicherheit und der Eigenschaft Tipps anzunehmen und zu hören, ist es eine Wanderung mit echtem Erlebnisfaktor. Sicher nicht ganz einfach, dafür aber umso schöner.

Ausgang aus der Höllentalklamm

Ausflugsziel Höllentalklamm Dauer

Eine Tour durch die Höllentalklamm mit dem Abstecher im Anschluss zur Höllentalangerhütte ist eine Tagestour.
Einkehrmöglichkeiten befinden sich direkt in Hammersbach, mittig die Höllentalklammeingangshütte (Tel: 08821-8895) und ganz oben die neu erbaute Höllentalangerhütte inkl. Übernachtungsmöglichkeiten (Tel: 08821-8811). Je nach Tour ist auch der Weg übers Kreuzeck denkbar, hier findet ihr das Kreuzeckhaus (Tel: 08821-2202)

Höllentalklamm bei Garmisch-Partenkirchen in Bayern ist eine echte Genusswanderung im Naturschauspiel der Hölle.Auszeit vom Alltag beim Wandern ist Wellness für die Seele

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